Entscheidungshilfe
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Entscheidungshilfe – was setze ich wofür ein?
Die Landkarte in Entscheidungen übersetzt: erst der Entscheidungsbaum für die Grundsatzfragen, dann die Situations-Tabelle.
| Deine Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Nur mal ausprobieren, ein Laptop | Ollama + gpt-oss-20b oder Qwen | In Minuten startklar, kostenlos, Consumer-Hardware reicht |
| Private ChatGPT-Alternative fürs Team | Open WebUI + Ollama/vLLM | Vertraute Bedienung, Daten bleiben im Haus |
| Maximale Qualität, kein Betriebsaufwand | Top-Modell per API / Chat-App | GPT, Claude & Gemini bleiben die Spitze |
| Viele Modelle vergleichen | OpenRouter | Ein Konto, hunderte Modelle |
| Team-Setup mit Kostenkontrolle & Unabhängigkeit | LiteLLM (selbst gehostet) | Budgets, Schlüssel, freier Anbieterwechsel |
| KI soll unser Firmenwissen kennen | RAG + Vektor-DB | Aktuell, belegbar, ohne Training änderbar |
| KI soll in unserem Ton/Format antworten | LoRA / Fine-Tuning | Verhalten dauerhaft ins Modell trainiert |
| KI soll Aufgaben selbst erledigen | Agent + MCP (+ Skills) | Werkzeuge + Vorgehenswissen = echtes Handeln |
| KI soll mitprogrammieren | Claude Code / Codex / Gemini CLI + AGENTS.md | Agentische Schleife + gute Steuer-Dateien = beste Ergebnisse |
| Große Modelle lokal / Fine-Tuning im Haus | Starke GPU bzw. DGX Spark + vLLM/NIM | 128 GB Unified Memory für Modelle bis ~200B |
Der rechtliche Rahmen: EU AI Act Stand September 2026
Die Entscheidung „was setze ich ein“ hat in der EU eine zweite Hälfte: was muss ich dabei einhalten. Die KI-Verordnung (EU AI Act) gilt seit 2024 und wird stufenweise scharf. Drei Dinge sind für den Alltag wichtig – und sie werden regelmäßig verwechselt.
| Was | Seit wann | Wen trifft es |
|---|---|---|
| Transparenzpflichten (Art. 50): Ein Chatbot muss sich als KI zu erkennen geben; generierte Inhalte werden maschinenlesbar markiert; Deepfakes und KI-Texte zu Themen öffentlichen Interesses werden sichtbar gekennzeichnet. | 2. August 2026 – gilt bereits | Praktisch jeden, der etwas mit KI veröffentlicht oder einen Assistenten anbietet |
| Verbotene Praktiken und die Regeln für Basismodelle (GPAI) sowie die Pflicht zu KI-Kompetenz im Unternehmen | seit 2024/2025 – unverändert in Kraft | Anbieter und Betreiber; von der Verschiebung nicht berührt |
| Hochrisiko-Pflichten (Anhang III): Konformitätsbewertung, CE-Kennzeichnung, technische Dokumentation | verschoben auf 2. Dezember 2027 | Nur wer ein Hochrisiko-System baut oder betreibt – die Minderheit |
Die Verschiebung der Hochrisiko-Fristen kommt aus dem Digital Omnibus, auf den sich die EU Ende Juni 2026 politisch verständigt hat. Wichtig: Das ist eine politische Einigung, noch kein endgültig geltendes Recht – wer darauf plant, verfolgt den Gesetzgebungsgang weiter.
Die einzige Frage, die zuerst zählt: In welche Risikoklasse fällt das, was ihr baut? Erst diese Einordnung entscheidet, welche der verschobenen oder weiterlaufenden Fristen für euch überhaupt praktisch sind. Wer kein Hochrisiko-System betreibt, war vom August-Termin 2026 weitgehend nicht betroffen – die Transparenzpflichten gelten trotzdem.
Keine Rechtsberatung. Dieser Abschnitt ordnet ein und ersetzt keine juristische Prüfung. Fristen und Auslegung bewegen sich; der aktuelle Text steht im EU AI Act Explorer, verbindlich ist der Rechtstext selbst.